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Megan

10. September 2011

Megan  wohnt nun bei
Violette und Peter Moser
in Löhningen/SH


26. August 2011

Während ihre beiden Geschwister  ihre  spannende Reise in ihr neues Zuhause antreten durften, stand unserer kleinen Megan erst mal eine ganz andere Reise bevor, nämlich in die Universitätsklinik Zürich und damit - wie ich ihr täglich versicherte - in ein neues, gesundes Leben.......

Als unsere Kleinen am 20 Juli geimpft wurden, stellte unserer Tierärztin, Frau Dr. Vreni Spörri bei Megan verdächtige Herzgeräusche fest. Da Megan sonst aber einen überaus gesunden, fiten Eindruck macht, konnte sie auch kaum glauben, dass mit Megans Herzchen etwas nicht in Ordnung sein könnte. Sie meinte, evt. sei es nur der Stress in der Tierarztpraxis. Um jedoch sicher zu sein, besuchte sie uns am folgenden Tag bei uns zu Hause:  Wiederum die gleichen Herzgeräusche. Nun bestand dringender Handlungsbedarf. Wir hatten Glück und bekamen gleich noch am folgenden Tag einen Termin bei Dr. Gardelle zur Echokardiographie, bevor er in die Ferien fuhr.  

Dort wurde unser Verdacht zur traurigen Gewissheit: Megan leidet an einem persistierenden Ductus arteriosus Botalli (PDA). Das heisst: Unmittelbar nach der Geburt - beim ersten Atemzug (wenn der Herzlungenkreislauf in Gang gesetzt wird) - muss sich die entsprechende Arterie verschliessen. Manchmal jedoch geschieht dies nicht (kommt übrigens auch beim Menschen vor). Die Folge davon ist, dass ständig arterielles Blut in die linke Herzkammer fliesst, was eine massive Überladung derselben zur Folge hat. Je länger dieser Zustand andauert, desto bedrohlicher wird er.....

Dr. Gardelle stellte mich vor die Wahl, Megan entweder zu euthanasieren oder eine aufwändige OP zu wagen. Für mich war sofort klar: Falls es für Megan eine Chance gibt, soll sie sie bekommen. Also wurde der frühstmögliche Operationstermin in der Universitätsklinik Zürich  festgemacht. Der 9. August wurde für mich wie ein magisches Datum. Es war eine sehr harte Wartezeit. Aus lauter Angst hätte ich Megan am liebsten in Watte gepackt und sie von allem, was auch nur ein bisschen anstrengend ist, ferngehalten. Aber damit hätte ich ihre Welpenentwicklung massiv gestört. Deshalb bemühte ich mich tagsüber um Normalität, die schweren Gedanken überkamen mich dafür jeweils nachts......

Am Morgen des 9. Augusts fuhr ich Megan mit bangem Herzen, aber trotzdem erleichtert, dass die Warterei endlich ein Ende hatte, nach Zürich. Megan war freudig schwanzwedelnd dabei und ahnte wohl kaum, dass ihr junges Leben so sehr bedroht war.... Nun wurde zuerst nochmals eine Echokardiographie gemacht, um die Grösse des Loches zu bestimmen. Dann wurde mir der Ablauf der OP genau erklärt: Mit Hilfe eines Katheters wird durch die Femurarterie ein Coil (eine Art Spirale) an die entsprechende Stelle gesetzt. Dieser bewirkt ein lokales Gerinnsel (Coil Embolisation), das zusammen mit dem Coil das Loch nachhaltig verschliesst. Ein mehrköpfiges OP- Team wird mehrere Stunden mit diesem heiklen Eingriff beschäftigt sein.

Gegen Abend erhielt ich den erlösenden Anruf aus der Klinik: Megans OP war ohne Komplikationen erfolgreich verlaufen, sie sei bereits wieder wach - fast ein bisschen zu sehr und ständig am wedeln!

Nachts wurde Megan auf der IPS überwacht und am folgenden Morgen wurde nochmals eine Kontroll Echokardiographie gemacht. Alles in bester Ordnung, das Loch ist zu, Megan hat nun ein gesundes Leben ohne irgendwelche Einschränkungen vor sich. Ich durfte sie auch gleich wieder mit nach Hause nehmen.

Nur diese beiden Fäden in der Leiste  erinnern an den grossen Eingriff. Megan braucht noch ein paar Tage Antibiotika, soll nicht an den Fäden herumknabbern, braucht aber sonst keinerlei Schonung.

Einfach unglaublich! Megan merkte man absolut nichts an, sie ist fröhlich und aufgestellt wie immer und begleitete uns bereits am Mittwochnachmittag wieder auf unseren Spaziergang.

Ich geniesse es extrem, ihr jetzt beim Toben zuzuschauen - ohne Angst, dass es zu viel werden und so das Allerschlimmste passieren  könnte.....

So haben wir eine schwere Zeit hinter uns, aber auch eine reiche, lehrreiche und eine, in der wir viel Anteilnahme von lieben Menschen erfahren durften. Es bleibt eine sehr grosse Dankbarkeit: In erster Linie gegenüber unserer Tierärztin Frau Dr. Vreni Spörri, die einmal mehr einfach nur umsichtig und richtig gehandelt hat, dann natürlich Herrn Prof. Glaus, Frau Dr. Jenni und dem ganzen OP- Team,  die an Megan Grossartiges geleistet haben und es täglich an anderen Tieren wieder tun, und allen Menschen, die unsere kleine Megy mit guten Gedanken begleitet haben.

Dass Megan für mich immer etwas ganz Besonderes bleiben wird, dürfte klar sein.......